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Die Welt der Berliner Start-ups

„Buzz, Du hast mein Herz gebrochen“

25. August 2010 · Keine Kommentare · Allgemein

Sind die Kurznachrichtendienste Twitter und Google Buzz riesige Echoräume, in die man hinein schreit, aber nicht gehört wird, weil der Lärm, den andere verursachen, viel zu hoch ist? Leo Laporte, Technologiejournalist in den USA mit 220.000 Followern auf Twitter und 17.000 auf Buzz, Blogger und Moderator verschiedener Radio- und Internetshows, musste diese schmerzliche Erfahrung machen.

Vermutlich wegen einer technischen Panne hat das System seine auf Google Buzz geschriebenen und an Twitter weitergeleiteten Status-Updates verschluckt. Schlimm: Alles war weg. 16 Tage lang. Schlimmer: Niemand hat’s gemerkt. Am schlimmsten: Nicht einmal er selbst hat etwas davon mitbekommen.

Am vergangenen Sonntag machte er den Vorfall auf seinem Blog publik (Link) – und gab sich wie ein enttäuschter Liebhaber: Er habe an Buzz geglaubt, die Seite in der ersten Zeit der Datenschutzschnitzer verteidigt und gedacht, Google habe die Chance, ein Soziales Netzwerk der zweiten Generation zu erschaffen. Und jetzt das !? „Leo Laporte Is Pissed At Buzz, The World, Everything“, schrieb Laportes Blogger-Kollege Stowe Boyd auf Twitter über das Liebesdrama (Link). Und gab den ironischen Rat: „Die Welt dreht sich langsamer als soziale Tools Glauben machen, Leo.”

Laporte war zu Tode gekränkt. Er, die Web-Celebrity, der die Geeks und Nerds des Internet zu Tausenden zu Füßen liegen, buzzt und twittert ins Off. „Es kommt mir vor, als wäre ich aus einem schlechten Social-Media-Traum erwacht“, schreibt er auf seinem Blog. Später wurde er zornig: „Social Media, ich gab dir die besten Jahre meines Lebens, aber das mache ich nie wieder. Ich weiß, wo ich gesucht werde. Geh’ zum Teufel, Google Buzz. Du hast mein Herz gebrochen.“

Laporte will sich jetzt wieder auf die Tradition besinnen. „Ich habe mein Blog ignoriert und bin mit den sexy glitzernden Microblogs abgehauen. Nie wieder“.

Nachtrag: Das Google-Team reagierte schnell und reparierte die Timeline. Trotzdem: Laporte will künftig erst auf dem Blog und dann erst auf Buzz veröffentlichen (Link).

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