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Die Welt der Berliner Start-ups

„Facebook is watching You“

23. August 2010 · Keine Kommentare · Allgemein

Weniger als eine Woche ist seit dem Start des Check-in-Dienstes Facebook Places in den USA vergangen und schon ertönt ein Grummeln, wie es Gewittern vorauseilt. „Deine Facebook-Freunde beobachten Dich – Sind wir ein Stück näher an 1984“, titelt das Technik-Blog Techcrunch. Und Pete Cashmore, Gründer des Seite mashable.com, schrieb in seiner Kolumne für das Nachrichtenportal CNN, „Facebook klaut Foursquare die Location-Krone“. Cashmore sieht die Existenz von Diensten wie Foursquare nicht bedroht. Er sieht aber ihre Marktführerschaft schwinden.

Am Wochenende hatte Foursquare noch gejubelt, nie in der 16-monatigen Geschichte des Start-up hätten sich so viele neue Nutzer angemeldet wie am Tag nach dem Places-Launch. Der Geolocation-Dienst hatte zuletzt knapp drei Millionen Nutzer, die pro Tag eine Million Check-ins posten. Die Frage bleibt, wie lange diese Freude anhalten wird und ob es Foursquare gelingen kann, sich gegen Places zu behaupten.

Der erste Unmut über Places ist hausgemacht. Facebook hatte, wie Techcrunch schreibt, beim Launch-Event eine US-Karte an die Wand projiziert, auf der angezeigt wurde, wo Nutzer eincheckten. Punkte leuchteten auf. Nutzernamen wurden eingeblendet. Ein Blogger fühlte sich an das Horror-Comic „Dark Knight“ erinnert. Für einen anderen war die Wall „eines der erschreckendsten Dinge, die ich gesehen habe“, ein Déjà-vu an das „Liebesministerium“ in dem Orwell-Roman – „Facebook is watching You“.

Für Ärger könnte auch das „Tagging“ – also das Markieren eines Freundes – sorgen, das man von Facebook-Bildern kennt. Dieses Tagging wird es, inklusive der Erinnerungsnachricht, auch bei Places geben. Wenn das Tag einem Nutzer nicht passt, muss er es eigenhändig entfernen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, einen getaggten Freund irgendwo einzuchecken. Immerhin wird dazu einmalig eine Erlaubnis abgefragt. Nutzer in den USA äußern sich in den Kommentarspalten von Blogs schon jetzt besorgt über Tagging-Spam, wie man ihn von Facebook-Spielen wie Farmville kennt.

Bleibt die Frage: Wann steigt auch Twitter in das Geotagging-Geschäft ein? Vor einem Jahr hatte der Dienst eine Programmschnittstelle bereitgestellt. Diese hat nun „Firefly – The Twitter Check-in Service“ genutzt und eine iPhone-App auf den Markt gebracht. Sie twittert eine verkürzte URL. Wird diese im Browser geöffnet, erscheint eine Karte. Der Nutzer sieht auf der Startseite der App die Check-ins seiner (bei Firefly angemeldeten) Twitterfreunde. Auf andere Gimmicks wie Badges (Foursquare) oder Stempel (Gowalla) gibt es bei Firefly (engl.: Glühwürmchen) nicht. Check-in für Puristen.

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