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Demokratie im Netz

8. Juni 2010 · Keine Kommentare · Allgemein

Kann man Demokratie im Netz üben und neue Willensbildungsprozesse ausprobieren? Der Blogger und PR-Experte Martin Oetting versucht das gerade. Angefangen hatte alles vor sechs Tagen mit Nico Lumma, dem Social-Media-Chef der Werbeagentur Scholz&Friends. Er hatte in der Nachfolge-Diskussion für das Amt des Bundespräsidenten unter der Schlagzeile „Hauptsache dafür“ Konstruktivität im Web angemahnt und sich gegen eine auf Ursula von der Leyen fokussierte Anti-Kampagne der Zensursula-Community ausgesprochen. (Link)

Oetting griff das auf und lud dazu ein, einen anderen Kandidaten zu suchen (Link). Er startete ein Posterous-Blog, in dessen Kommentarfunktion Vorschläge gesammelt wurden, aus denen Oetting dann Tagclouds baute. Die Resonanz war erstaunlich: Mehr als 10 000 Visits und 450 Kommentare zählte der Autor, dessen Beiträge gewöhnlich von einigen Hundert gelesen werden. Ähnliche Projekte waren ebenfalls erfolgreich: Bei der Doodle-Umfrage des Social-Media-Maniac Jens Best stimmten 340 Leute ab (Link). Mehr als 2500 twitterten den Hashtag #mygauck und illustrierten damit ein Kandidaten-Porträt mit ihren Twitter-Avataren auf einer Seite der Webevangelisten (Link). Nico Lumma sammelte mit seinem Petitions-Plugin auf der Seite wir-fuer-gauck.de nicht nur mehr als 600 Like-its ein, sondern auch weit über tausend Votings für Gauck (Link).

Die Frage bleibt, was die Debatte bewirkt. Erstens zeigt sie, dass ein konstruktiver Diskurs im Web möglich ist. Zweitens hat sie eine Diskussion am Leben gehalten – ein gelungenes Experiment politischer Willenbildung.

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