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Die Welt der Berliner Start-ups

Social Music

3. Juni 2010 · Keine Kommentare · Allgemein

So ändern sich die Zeiten: Auch die Erfinder des Gratis-Telefoniedienstes Skype und der Musiktauschbörse KaZaA machen jetzt in Bezahl-Internet. Janus Friis und Niklas Zennström haben die Musik-Plattform rdio.com gegründet.

Die Gründer verfolgen ein Social-Media-Konzept: Nutzer können Empfehlungen, Sammlungen und Wiedergabelisten von Freunden oder kompetenten Musik-Guides anhören und sich eigene digitale Musikkollektionen zusammenstellen, die der Community zum Streaming zur Verfügung stehen. Nutzer können wie bei last.fm auch Radiostationen von Künstlern auswählen. Ob es ähnlich wie bei simfy.de auch möglich sein wird, einzelne Songs abzuspielen, war gestern noch unklar. Die Plattform lässt sich mit Facebook- und Twitter-Accounts verknüpfen, über die Titel, Sammlungen und Listen empfohlen werden können. Ferner soll es Apps für Smartphones geben, die die Wiedergabe von Musik erlauben, während der Nutzer offline ist. Wie das Unternehmen mitteilt, soll es auch möglich sein, die eigene iTunes- oder Windows-Bibliothek mit dem Streaming-Angebot zu synchronisieren.

Für einen Monatsbeitrag von knapp fünf US-Dollar (umgerechnet 4,10 Euro) erhält der Nutzer unbegrenzten Streaming-Zugriff auf fünf Millionen Musiktitel über seinen Browser. Die Nutzung der Smartphone-App (Android, BlackBerry, iPhone) schlägt mit weiteren fünf Dollar zu Buche. Die Gründer haben es geschafft, die vier großen Musik-Labels EMI, Sony, Universal und Warner sowie einige Indie-Firmen für das Projekt zu begeistern.

Ganz anders als früher: Im Jahr 2001 hätte die US-Musikindustrie den Schweden Zennström gerne hinter gleichnamigen Gardinen gesehen. Sie verklagte den Erfinder der P2P-Musiktauschbörse KaZaA wegen Beihilfe zur Urheberrechtsverletzung, konnte den Titel aber nicht vollstrecken, weil sich Zennström zwischenzeitlich nach Europa abgesetzt hatte.

Der neue Dienst ging gestern in San Francisco an den Start, befindet sich aber zurzeit noch in der geschlossenen Beta-Phase. Die Website soll zunächst in den USA freigeschaltet werden und im Laufe des Jahres auch weltweit verfügbar sein. „Wir glauben, dass die Menschen reif für die nächste Evolutionsstufe der Musik sind“, sagt Janus Friis. Für den Downloadpreis eines Albums erhalte der Nutzer grenzenlosen Zugang zu aller Musik.

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