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Die Welt der Berliner Start-ups

Vorhölle des Papierkorbs

21. Mai 2010 · Keine Kommentare · Allgemein

Bei dem ganzen Google-, Facebook- und Apple-Hype und -Ärger der vergangenen Wochen ist ein anderer großer Player der IT-Branche fast in Vergessenheit geraten: Gibt es eigentlich Microsoft noch? Ja, das Unternehmen aus Redmond in Kalifornien hat fleißig an seinen Live Services gearbeitet. Nach dem Relaunch des Windows Live Messenger vor einigen Wochen steht jetzt eine weitere Innovation an.

Das Software-Unternehmen hat seinen Mail-Client „Hotmail“ aufgemotzt und ihm einige neue Funktionen verpasst. Die weltweit 630 Millionen Nutzer von Windows Live, die derzeit monatlich 1,5 Milliarden Fotos und 350 Millionen Dokumente versenden, werden sich freuen. Office Dokumente können direkt aus dem Posteingang heraus im Browser geöffnet und bearbeitet werden. Der Zugriff auf Rich-Media-Inhalte wie die Fotodatenbank Flickr und das Videoportal YouTube ist ebenfalls direkt aus der Inbox möglich. Und Mailanhänge können künftig bis zu zehn Gigabyte groß sein. Das neue Hotmail soll im Sommer zur Verfügung stehen.

Ein ebenso nützliches wie fatales Werkzeug des neuen Dienstes könnte die neue Aufräumfunktion des Postfachs werden – Microsofts neue Vorhölle des Papierkorbs. Mails bestimmter Absender lassen sich automatisch und ungelesen wohl sortiert in verschiedene Unterordner katapultieren. Dort schmoren sie dann schlimmstenfalls für ewige Zeiten. Ist das nicht eine wunderbare Interpretation des jüngsten Claims der Plakatkampagne von WELT KOMPAKT: „Ist es eine Sünde, wenn man nicht alle E-Mails beantwortet?“

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