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Die Welt der Berliner Start-ups

Foursquare und die Medien

26. Februar 2010 · Keine Kommentare · Allgemein

Wenn man sich in diesen Tagen in Berlin mit Leuten aus der Internet-Szene verabredet hat, dann beginnt das Treffen in der Regel so: Alle stehen vor einem Restaurant, ziehen noch bevor sie sich begrüßt haben ihr iPhone, den Blackberry oder das Android aus der Tasche, starten das Geolocation-Spiel „Foursquare“ und checken erst mal ein. So heißt das Senden des eigenen Standorts per GPS-Handy auf der boomenden Plattform. Spielidee ist zum einen, sich möglichst oft an einem Ort anzumelden und dafür Abzeichen („Badges“) oder gar den Mayor-Titel zu erwerben. Zum anderen geht es darum, seiner Community mitzuteilen, was man wo gerade macht.

Wie Foursquare-Gründer Dennis Crowley dem FazNet der „Frankfurter Allgemeinen“ sagte, liegt die Zahl der Nutzer zwar noch unter einer halben Million, sie wachse aber monatlich um 60 bis 70 Prozent. Die Nutzung des Dienstes steige gar um 100 Prozent monatlich.

In Amerika ist Foursquare inzwischen so angesagt, dass Medien die Partnerschaft mit dem Start-up suchen. Den Anfang machte die Gratiszeitung Metro News in Kanada mit Restauranttipps für Leser. Wer am häufigsten in den empfohlenen Locations eincheckt und ein spezielles Badge erwirbt, kann ein iPhone gewinnen. Nun beginnen Fernsehsender, den Dienst zu Werbezwecken zu nutzen. Der Show-Kanal „Bravo“ ist einer der ersten, mit dem das New Yorker Start-up einen Vertrag geschlossen hat. Foursquare-Nutzer können Badges, die der Sender eigens für das Spiel entworfen hat, und andere Preise gewinnen, wenn sie Locations, die von den Darstellern der Reality-Shows empfohlen wurden, besucht haben.

Sogar Harvard arbeitet mit Foursquare zusammen. Studenten gewinnen das Harvard-Badge, wenn sie ausgewählte Plätze der Universität besuchen und durch das Check-in beweisen, dass sie dort gewesen sind. Foursquare-Gründer Crowley wird vom Social-Media-Blog mashable.com mit den Worten zitiert, diese Partnerschaften seien erst der Anfang.

Ein US-Onlinehändler hat den Foursquare-Hype jetzt sogar dazu genutzt, vier Buttons anzubieten, die Badges abbilden. 5,99 Dollar sollen die vier Zentimeter großen Aufnäher für Jacke und Rucksack kosten, die von der Firma „Nerd Merit Badges“ angeboten werden.

Nun mag man fragen, was der Foursquare-Hype eigentlich soll. Gar nichts. Es macht einfach Spaß und ist ein Spiel. Schönes Wochenende – und vergessen Sie nicht bei Foursquare einzuchecken.

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