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Die Welt der Berliner Start-ups

Analog Natives

11. Februar 2010 · Keine Kommentare · Allgemein

Manchmal merkt man doch, dass man kein „Digital Native“ ist und die Kulturtechniken des Facebookens, Googelns, Twittern und Foursquare-Eincheckens erlernen musste – fast wie eine Fremdsprache. Natürlich weiß man heute, wie das alles funktioniert mit dem Internet, kann sogar erklären, was Augmented Reality und andere Neuerfindungen der Web2.0-Ära sind und weigert sich empört, auf Einladungen zu Pressekonferenzen mit einem Antwortfax zu reagieren. Sollen diese Gestrigen doch unter sich bleiben und mit ihrem altmodischen Zeug nicht weiter nerven.

Und dann erwischt es einen doch. So wie gestern nach dem Treffen mit dem Sprecher eines Internet-Unternehmens, der zugleich zu den Alphabloggern in diesem Lande zählt und mit allen erdenklichen Web2.0-Wässerchen gewaschen ist. Am Ende des Gesprächs greift der Reporter ohne weiter nachzudenken in die Tasche und kramt eine Visitenkarte hervor, die er dem Pressesprecher reicht. Der traut anscheinend seinen Augen nicht und ist, ob der antiquierten Geste, im ersten Moment ein wenig konsterniert. „Wir sind doch beide auf Xing und kennen uns von Twitter“, sagt er dann. Und dem „Analog Native“ dämmert langsam, dass das mit der Visitenkarte keine gute Idee, sondern eine ziemlich uncoole Aktion war.

Dabei war das früher doch mal eine so praktische Sache mit den Visitenkarten. Man hatte alle Kontaktdaten, keinen Zahlendreher in der abgeschriebenen Handynummer. Aber da gab es den V-Card-Import direkt ins elektronische Adressbuch noch nicht. Peinliche Nummer, die einen aber lehrt, dass man dieses Internet doch nicht so verinnerlicht hat, wie man das immer glaubt. That’s life.

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