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Blogpaper: Crowdsourcing statt Redaktionskonferenz

3. Februar 2010 · Keine Kommentare · Allgemein

Eine neue Internet-Community in Großbritannien versucht, aus Blogbeiträgen eine Zeitung zu machen. Nach einer Sneak Preview mit 4000 Exemplaren im September 2009 und zwei Beta-Versionen (Nullnummern) im November und Dezember mit 10.000 Exemplaren wird nun an der vierten Ausgabe von theblogpaper gearbeitet, die am Freitag (5. April 2010) erscheinen soll. Die Zeitung wird kostenlos in London verteilt und lädt im Web als Flash-Animation zum Blättern ein.

Es ist eine Zeitung ohne eigene Redaktion. Die Inhalte stammen ausschließlich aus dem Web. Blogger können der Plattform beitreten und dort ihre Texte oder Fotografien anbieten. Crowdsourcing ersetzt dann die Redaktionskonferenz: Nachdem die Beiträge auf der Website des Blogpaper erschienen sind, werden sie von den Mitgliedern der Gemeinschaft kommentiert und bewertet. Daraus ergibt sich ein Ranking der bestbewerteten Texte und Bilder, die sich in der nächsten gedruckten Ausgabe wiederfinden sollen. Dieses Verfahren wird auch bei der Titelseite angewendet.

Auf der Website der Community heißt es, die Blog-Zeitung sollen wöchentlich erscheinen. Davon kann aber anscheinend noch keine Rede sein. Bis auf die drei Testausgaben kam bislang noch nichts aus der Rotation. Ein neuer Distributionspartner beziehungsweise ein Netzwerk soll den Gründern dabei helfen, das Blatt häufiger erscheinen zu lassen.

Das Geschäftsmodell der Webaktivisten um den deutschstämmigen Londoner Anton von Waldburg ist der Website zufolge eine von Anzeigen finanzierte Gratiszeitung, die an besonders exponierten Plätzen der britischen Hauptstadt ausgelegt werden soll. Die Blogger sollen vorerst keine Vergütung erhalten.

Das Blogpaper enthält Berichte, die in klassische Zeitungsressorts unterteilt sind sowie zahlreiche Lifestyle-Seiten (Design, Kunst, Mode, Musik) und Bilderstrecken. Die Anmutung ist stylish, die Themenauswahl und das Design sind so jung wie die Community, von der die Inhalte erschaffen wurden. Die höchste Bewertung für die kommende Ausgabe hat übrigens das Protokoll eines Bloggers über seine Jobsuche nach der Uni.

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