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Die Welt der Berliner Start-ups

Der G-Punkt

7. Januar 2010 · Keine Kommentare · Allgemein

Heute heißt es nicht „Was würde Google tun“ wie im gleichnamigen Buch von Jeff Jarvis. Heute fragt sich die Branche „Was hat Google getan?“ Der Konzern hat am Dienstag das Smartphone Nexus One vorgestellt, das ausschließlich in seinem neuen Online-Shop verkauft wird, der auch nur dieses Produkt anbietet – und das auch nur in den USA, Großbritannien, Singapur und Hongkong. In Deutschland wird es das Handy mit Vodafone-Vertrag geben, wie der Netzbetreiber bestätigte.

Sicher scheint: Es geht nicht primär ums Telefon. Der Konzern drängt nicht ins Hardware-Geschäft. Denn der Unterschied zu anderen Androiden falle sowohl bei der Technologie als auch beim Preis zu „bescheiden“ aus, sagt das Marktforschungsinstitut Ovum. Die signifikanteste Differenz sei die Möglichkeit der Sprachsteuerung aller Textfelder zum Beispiel bei E-Mail oder Suchfunktionen.

„Google will zeigen, was mit der Plattform möglich ist“, sagte die Gartner-Analystin Carolina Milanesi. Nicht alle Hersteller von Android-Geräten nutzten alle Möglichkeiten der Software. Mal wird eine Billigkamera eingebaut, mal ein lahmer Prozessor. Google will es besser machen und Apple unter Druck setzen – beispielsweise mit der Gratis-Software für Navigation. So etwas ist beim iPhone nur gegen Geld erhältlich.

Vor allem gehe es aber darum, dass Google der weltweit erste Anbieter einer „Managed Device Platform“ werden wolle, schreibt Ovum. Das könnte mit „gesteuerte Geräteplattform“ übersetzt werden, bei der personalisierte Webdienste direkt auf Endgeräte geliefert werden, ohne dass ein anderes Unternehmen mitbestimmt, mitverdient oder sonst wie partizipiert. Nur einige wenige Unternehmen im Highendbereich werden dazu fähig sein. Google habe die Absicht dazuzugehören, schreibt Ovum. In diesen Kontext passt, dass der Konzern seine werbefinanzierten Dienste unter Handynutzern etablieren will und so sein Kerngeschäft – die Online-Werbung – stärken will. Das aber würde die Netzbetreiber zu Lieferanten von Bandbreite degradieren. Wenn man sie künftig überhaupt noch braucht, denn Gratistelefonie mit Google Voice nutzt vorrangig das (in den USA verbreitete) öffentliche WLAN.

Alleinstellungsmerkmal eines Telefons ist laut Ovum in Zukunft nicht, ob es smart oder nicht smart, sondern ob es gemanagt oder nicht gemanagt ist. Vielleicht meinte der Google-Manager das bei der Präsentation, als er das Handy „Super Phone“ nannte.

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