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Die Welt der Berliner Start-ups

Googles Geschäftsmodell

28. Dezember 2009 · Keine Kommentare · Allgemein

Analysten rätseln über die Strategie des Internetkonzerns Google, der anscheinend Anfang nächsten Jahres ein eigenes Smartphone auf den Markt bringen will. „Die größte Frage ist die nach dem Geschäftsmodell“, sagt Jonathan Yarmis, Stipendiat des Marktforschungsinstituts Ovum. Er bezweifelt, dass das Unternehmen mit einem weiteren unsubventionierten Mobiltelefon in der 500-Dollar-Klasse (350 Euro) ohne SIM-Lock auf den ohnehin verstopften Markt drängen wird. „Ein teures Gerät zu verkaufen, ist nicht sehr interessant“, sagt der Marktforscher. Neu sei jedoch, dass hier ein Handy voraussichtlich als subventionierter Werbeträger verkauft werde und nicht ein Telefon, dessen Preis ein Netzbetreiber herabsubventioniert habe.

Der Schlüssel zur Strategie des Unternehmens könnte der Kauf des Internetunternehmens AdMob duch Google vor knapp zwei Monaten für 750 Millionen US-Dollar (520 Millionen Euro) sein. Das im Jahr 2006 gegründete Start-up nennt sich selbst „eines der weltweit größten Werbenetzwerke für Handys“. Das in mehr als 160 Ländern aktive Unternehmen stellt jeden Monat Milliarden gezielter und personalisierter Banner- und Textanzeigen über sein Werbenetzwerk im mobilen Web bereit. So bietet AdMob beispielsweise Werbung an, die inhaltlich und technisch auf das iPhone zugeschnitten ist und sich speziell an diese Art von Kunden richtet. AdMob zählt bekannte Marken wie Coca-Cola, Ford, MTV und Adidas zu seinen Kunden.

Für Google wäre diese Strategie eine Gratwanderung, vermutet Jonathan Yarmis. Denn das Unternehmen müsse als Anbieter des Betriebssystems Android und anderer Plattformen den Bedürfnissen sowohl der Gerätehersteller als auch der Netzbetreiber Rechnung tragen. Handy-Hersteller wie HTC (mutmaßlich auch Produzent des gPhones) hätten ein vorrangiges Interesse daran, möglichst hochwertige Geräte selbst zu verkaufen. Eine andere Konfliktlinie verläuft zwischen Google und den Netzbetreibern. Gratis-Telefondienste wie Google Voice durchkreuzen ihre Geschäftsmodelle. Sie werden wohl auch von einem mit Werbeerlösen subventionierten, hochwertigen Smartphone ohne SIM-Lock nicht begeistert sein. „Das könnte bedeutend für die Einführung in Schwellenländern sein, vor allem, wenn Google einige innovative Subventionspläne anbietet“, so der Ovum-Analyst.

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